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Alfred Hrdlicka

Alfred Hrdlicka
(*27.2.1928 in Wien, † 5.12.2009 in Wien)

Nach einer Zahntechnikerlehre von 1943 bis 1945 studierte Hrdlicka von 1946 bis 1952 Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky. Danach nahm er 1953 - 1957 ein Studium der Bildhauerei an der gleichen Akademie bei Fritz Wotruba auf. 1960 hatte er zusammen mit Fritz Martinez seine erste Ausstellung Skulptur, Malerei und Grafik in der Wiener Zedlitzhalle. 1964 erlangte er internationale Bekanntheit, als er gemeinsam mit Herbert Boeckl Österreich auf der 32. Biennale in Venedig vertrat. Hrdlicka erlebte 1966 erstmals die Welt psychisch kranker Menschen. Er wird von diesen Begegnungen dermassen nachhaltig beeindruckt, dass er sich mit dem Leid dieser Menschen, später mit Leid, Angst, Schmerz und der Bedrohung des Menschen schlechthin, künstlerisch auseinandersetzt. Der Künstler reflektiert und arbeitet in seinen Werken politisch sehr bewusst, er rüttelt mit seinen Ausdrucksmitteln an den Machtverhältnissen dieser Welt. Die Unterdrückung kleiner Leute, das künstlerische Nachzeichnen ihrer bedrückenden Lebensverhältnisse, Macht und Ohnmacht in der Geschichte und in der Jetztzeit sind Themen seiner künstlerischen Arbeiten. Hrdlicka dehnt seine Themenbereiche weiter aus; Krieg, Gewalt und Faschismus sind die dunklen Seiten menschlichen Handelns, gegen

die er bewusst mit seinen Mitteln der Kunst politisch agitieren will. Der Künstler wurde zum überzeugten Marxisten, der er auch bei allen Widerständen, die ihm entgegen gebracht wurden, blieb. Sein künstlerischer kategorischer Imperativ war und ist es, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, geknechtetes, verlassenes, verächtliches Wesen ist» (Karl Marx). Hrdlickas Grundanliegen ist es, das Unmenschliche um der verloren gegangenen Menschlichkeit willen ungeschminkt darzustellen; er lebt «einen schonungslosen Humanismus, der auch Mord und Terror und sexuelle Brutalität mit expressiven Stilmitteln und bisweilen schockierender Deutlichkeit vor Augen führt» (Oskar Lafontaine im Vorwort zu A.H.: Zeichnungen, 1994 ). In seiner künstlerischen Stilistik hält Hrdlicka an der Figürlichkeit fest. Er arbeitet in seinen Skulpturen, Gemälden und Grafiken figurativ-expressiv und verzichtet bewusst auf jegliche Art ungegenständlicher Bildsprache. Alfred Hrdlicka stirbt am 5. Dezember 2009 in Wien.

Link:
•  WIKIPEDIA

Zeichnungen

Alfred Hrdlicka

Alfred Hrdlicka (1928-2009)
Rötelzeichnung, 1993, 50 x 63 cm

Grafiken

Alfred Hrdlicka

Alfred Hrdlicka (1928-2009)
Radierung 94/200, 18 x 14 cm

Alfred Hrdlicka

Alfred Hrdlicka (1928-2009)
Radierung, koloriert, 94/200, 24 x 17 cm

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05.04.2020